Aller guten Dinge sind drei?
Die Gruppenphase in der Zone M verlief nahezu perfekt. In sieben Runden gaben wir lediglich einen Mannschaftspunkt (MP) und 5½ von 28 möglichen Einzelpunkten (EP) ab.
| Runde | Heim | Gast | |||
| 1 | Zug 3 (1814) | ½ | - | 3½ | Sursee 2 (1968) |
| 2 | Sursee 2 (1897) | 4 | - | 0 | Hergiswil-Stans 1 (1705) |
| 3 | Sursee 2 (1875) | 3½ | - | ½ | Tribschen 3 (1617) |
| 4 | Emmenbrücke 2 (1602) | 0 | - | 4 | Sursee 2 (1928) |
| 5 | Tribschen 4 (1821) | 1 | - | 3 | Sursee 2 (1834) |
| 6 | Sursee 2 (1833) | 2 | - | 2 | JSV Caissa Nidwalden 2 (1873) |
| 7 | Sursee 2 (1900) | 2½ | - | 1½ | Cham 2 (1841) |
Damit konnten wir Cham 2 als ärgsten Verfolger – trotz knappem Direktduell – schlussendlich klar distanzieren.
| Rang | Club | MP | EP |
| 1 | Sursee 2 | 13 | 22½ |
| 2 | Cham 2 | 10 | 17½ |
| 3 | Hergiswil-Stans 1 | 8 | 15½ |
| 4 | JSV Caissa Nidwalden 2 | 6 | 13 |
| 5 | Tribschen 3 | 6 | 11 |
| 6 | Tribschen 4 | 5 | 14½ |
| 7 | Zug 3 | 4 | 11½ |
| 8 | Emmenbrücke 2 | 1 | 6½ |
Die regional orientierten Aufstiegsmodalitäten der SGM bescherten uns ein hartes Los im Aufstiegsspiel. Réti 6 dominierte die Zone N und gab in der Gruppenphase noch weniger Einzelpunkte ab als wir, lediglich deren drei. Wir wussten also, dass uns die Truppe junger, aufstrebender Spieler einen harten Kampf liefern würde.
Anfangsphase
Die Gäste waren frühzeitig angereist. Die Aufstellungen der Mannschaftsleiter führten zu den folgenden Paarungen:
| Sursee 2 | Réti 6 | ||||
| Brett | Code | Spieler | Code | Spieler | |
| 1 | 16415 | Lukas Kuhn | 23017 | Gil Cotton | |
| 2 | 26225 | Florian Jampen | 24147 | Ben Kondzic | |
| 3 | 19154 | René Oehen | 28245 | Eric Kamm | |
| 4 | 19634 | Ramon Suter | 28977 | Nils Miro Hoppe |
Alle waren topmotiviert. Wir konnten den Match sogar ein paar Minuten vor 14 Uhr starten.
Die Spieler waren voll auf ihre Partien fokussiert. Zeitweise konnte man im Musikraum den eigenen Atem hören. Es herrschte eine der Bedeutung des Matches angemessene Stimmung im Raum – eine Mischung aus Anspannung, sportlichem Ehrgeiz und Konzentration. Die Partien der anderen Spieler wurden mitverfolgt. Jedes Brett konnte über den Ausgang des Wettkampfs entscheiden.
Eisbrecher
Florian kam mit Schwarz früh in eine angenehme Stellung. Sein Gegner fand nicht immer die präzisen Züge, die zur Verteidigung notwendig gewesen wären. Als der Verlust eines Turms nicht mehr zu verhindern war, gab er auf.
Der frühe Punkt, noch dazu mit Schwarz, war super für die Mannschaft. Aber Lukas war zu diesem Zeitpunkt im Nachteil.
In Aufstiegsspielen entscheidet bei einem Unentschieden die Feinwertung: Das letzte Brett zählt einen Punkt, das zweitletzte Brett zwei Punkte, usw. Es mussten im Verlauf des Matches verschiedene mannschaftstaktische Szenarien berücksichtigt werden.
Die Spieler an den Brettern 3 und 4 konnten also zu diesem Zeitpunkt, aufgrund der Feinwertung bei einem Unentschieden, sich nicht beide mit einem Remis begnügen.
Mannschaftstaktik
Einige Mitglieder des Vereins kamen vorbei, um den Match vor Ort mitzuverfolgen.
Die restlichen Partien entwickelten sich vom Mittelspiel in Richtung erster Zeitkontrolle:
- Lukas wehrte sich nach Kräften, stand aber einem starken Gegner in Topform gegenüber.
- René gewann einen Bauern für Aktivität. Der materielle Vorteil musste aber noch konsolidiert werden.
- Ramon musste sich entscheiden: In ein ausgeglichenes Endspiel mit ungleichfarbigen Läufern abwickeln, welches zu 99% in Remis endet oder je ein Turm auf dem Brett stehen lassen mit gegenseitigem Eindringen in die gegnerische Stellung und ungewissem Ausgang.
Dank seines Zeitvorsprungs konnte Ramon die Entscheidung noch etwas hinauszögern. Aber die Uhr tickte. Nachdem der Gegner von René seinen Springer passiv stellte, war Ramon zuversichtlich, dass René gewinnen wird und spielte die risikolose Variante.
Finale
Nach längerem Manövrieren bestand der Gegner von Ramon mit seinem 54. Zug durch dreifache Stellungswiederholung auf das Remis.
Nach längerer tapferer Verteidigung musste Lukas kurz darauf die Segel streichen.
Nun lag die gesamte Last auf René. Er hatte eine vorteilhafte Stellung, aber die Zeit war bei beiden knapp. Für den Mannschaftssieg musste René seine Partie gewinnen. Bei einem Unentschieden an seinem Brett würde – aufgrund der Feinwertung – Réti 6 aufsteigen. Der Captain wich nicht mehr von seinem Brett. Bald waren alle Spieler und Zuschauer um die entscheidende Partie versammelt.
Zu diesem Zeitpunkt spielte René mit Läufer gegen Springer und vier gegen drei Bauern, wobei einer seiner Bauern einen Zug vor der Umwandlung stand. Die Umwandlung war nicht zu erzwingen, aber der Raumvorteil gross. René musste jedoch aufpassen, dass er nicht in eine Springergabel läuft.
René hatte alle seiner bisherigen fünf Partien der Saison gewonnen. Ein gutes Omen? Er spannte die Zuschauer mit einem fragwürdigen Läufermanöver auf die Folter. Seinem tiefen Atem nach beurteilt, war er damit selbst nicht zufrieden. War das noch zu gewinnen?
Voller Entschlossenheit erhöhte René die Kadenz. Er ging damit ein erhöhtes Fehlerrisiko ein, setzte aber seinen Gegner massiv unter Druck. Dieser musste nicht nur eine schwierige Stellung verteidigen, sondern auch noch schnell Lösungen finden.
Sein Gegner stellte den Springer auf die eigene Grundreihe. René deckte mit seinem Läufer gleichzeitig seinen Bauern und einige Felder des Springers. Der Springer drohte verloren zu gehen und gleichzeitig konnte Schwarz nicht mehr verhindern, dass René mit einem König die Bauernkette hinterläuft. Alle starrten auf das Brett – gab es noch einen Ausweg für Schwarz?
Das einfache Wort «Zeit» des Captains beendete die Partie und damit das Aufstiegsspiel zugunsten von Sursee 2. Florian und René werden mit hervorragenden Leistungen zu den Helden der Saison und des Aufstiegsspiels.
| Sursee 2 | 2½-1½ | Réti 6 | |||
| Brett | Code | Spieler | Code | Spieler | |
| 1 | 16415 | Lukas Kuhn | 0-1 | 23017 | Gil Cotton |
| 2 | 26225 | Florian Jampen | 1-0 | 24147 | Ben Kondzic |
| 3 | 19154 | René Oehen | 1-0 | 28245 | Eric Kamm |
| 4 | 19634 | Ramon Suter | ½-½ | 28977 | Nils Miro Hoppe |
Die Schlussstellungen der Bretter 2 bis 4 sind der Bildstrecke (oben) zu entnehmen.
Respekt
Wir danken Réti 6 für den fair ausgetragenen Match und zollen ihnen Respekt für das sportlich hochstehende Aufstiegsspiel. Wir sind zuversichtlich, dass ihr es nächste Saison schafft und drücken euch dafür die Daumen.
Hier der Bericht des SSB zu allen Aufstiegsspielen. Nun freuen wir uns, mit dem nötigen Respekt, auf die kommende Saison in der 2. Liga. 🤩😁🥳